Ein
Blick in die Geschichte der Kirche und Gemeinde Fulkum.
Bevor im 13.
Jahrhundert eine Backsteinkirche errichtet wurde, haben auf der
Fulkumer Kirchenwarf bereits drei Holzkirchen gestanden.
Die erste Kirche aus
dem 2. Jahrhundert wurde durch ein Feuer zerstört. Auch der
nachfolgende Kirchenbau wurde durch einen Brand vernichtet. Nach
einer Erhöhung des Kirchenhügels folgte im 12. Jahrhundert der Bau
der dritten Holzkirche. Im 13. Jahrhundert folgte dann der Bau der
ersten Steinkirche. Diese altehrwürdige Kirche von Fulkum ruhte auf
gewaltigen Granitblöcken. In jedem Giebel waren Rundbogenfenster und
an jeder Seite eine Rundbogentür, sowie 3 kleine Spitzbogenfenster.
Leider musste die Kirche 1861 wegen Baufälligkeit abgebrochen
werden. Die daraufhin neu errichtete und im Jahre 1862 eingeweihte
Maria- Magdalena-Kirche ist eine einschiffige Saalkirche mit
halbrunder Absis.
In einem
Abstand von etwa 8m befindet sich westlich der Kirche ein aus
Backstein gemauerter Glockenturm. Er ist etwa 500 Jahre alt, also
aus dem 15. Jahrhundert. Der Glockenturm wurde vermutlich wegen des
schon damals erkannten schlechten Baugrundes auf der künstlich
aufgetragenen Warf getrennt von der Kirche erbaut. An der heutigen
Schräglage des Turmes kann man ersehen, dass die Bauleute seinerzeit
richtig gehandelt haben.
Der Glockenturm wurde 1997 umfassend
saniert. Dabei wurde eine vom Mauerwerk unabhängige
Glockenaufhängung installiert, so dass sich die Schwingungen beim
Geläut nicht mehr auf den Turm übertragen. Bis dahin lagerten die
Balken, welche die Glocke trugen, auf den Mauern des Turmes.
Die Fulkumer Glocke
hat zwei Vorgängerinnen gehabt. Im Jahre 1475 wurde in Bremen oder
von wandernden Glockengießern direkt bei der Kirche für Fulkum eine
Glocke gegossen, die später aber in die Kirche zu Buttforde gebracht
wurde. Auf der Glocke soll neben der Inschrift:
Maria bin ick geheten. de von Folkum leten mi gethen
Got ghewe siner Seele Rad. Berend Klinghe van Bremen de mi ghaten
hat,
anno dni M.CCCC.LXXV
auch das Bild der
Maria Magdalena zu sehen gewesen sein. Der Erbauer Berend Klinghe
gehörte zu einer berühmten Glockengießerfamilie des 15.
Jahrhunderts, von der u. a. auch die Bronzetaufe in Esens gegossen
wurde.
Etwa hundert Jahre
später ließ die Gemeinde eine weitere Glocke gießen, die von
Balthasar Arend so beschrieben wird:
Auf der Glocken, die
nun gar klein und 1574 gegossen worden, stehet: "Verbum Domini mant
in eternum" (Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit). Die heutige
Glocke wurde 1834 von der Glockengießerwerkstatt M. und C. Fremy
gegossen. Diese Glockenölgießerfamilie, Hugenotten aus Lothringen,
kam im 17. Jahrhundert in die Niederlande und auch in unseren Raum.
Sie lebte im 18. und 19. Jahrhundert auf Gut Barghausen bei Burhafe.
Der alte Meister, der 1837 gestorben ist, hatte den Vornamen Mameus,
der junge Meister hieß Claudy und danach die Firma M. u. C. Fremy.
Ob die Glocke in ihrer Werkstatt oder in Fulkum gegossen wurde, ist
nicht bekannt. Die Inschrift der Glocke lautet:
WEIT IST MEIN HALL
WEIT IST MEIN SCHALL
DIE STUNDE NAHT
BLEICH SCHEINT DIE SAAT
GROSS IST DIE WAHL,
AUF! SOEHN IM THAL:
SCR P. S. W. DETMERS, PASTOR
A. I. ARENS, KIRCHENVORSTEHER
GEGOSSEN DURCH M. FREMY UND C. FREMY
FULKUM 1834
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